Floodhydrotox

Gewässersedimente können – bedingt durch vorwiegend anthropogene Einflüsse – eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Im Teilprojekt Floodhydrotox wird diesbezüglich untersucht, welche Auswirkungen sogenannte endokrine Disruptoren (hormonähnliche Substanzen) auf Fische haben, wenn diese Stoffe bei Hochwasserereignissen aus dem Sediment remobilisiert und für wasserlebende Organismen wieder verfügbar werden.

So ist z.B. bekannt, dass das Hormon der Anti-Babypille, 17α-Ethinylestradiol, die Sexualentwicklung von Fischen erheblich stören und zur Feminisierung männlicher Fische führen kann. In einem kanadischen See wurde beobachtet, dass umweltrelevante Konzentrationen von 17α-Ethinylestradiol (5-6 ng/L) in der Wasserphase zur nahen Auslöschung einer gesamten Population von Dickkopf-Elritzen innerhalb kürzester Zeit führte. Bislang konnten auch in Sedimenten aus England, den Niederlanden, Italien und Deutschland eine endokrine Wirksamkeit in in-vitro Tests (z.B. YES) nachgewiesen werden.

Trotz der zunehmenden Anzahl extremer Hochwasserereignisse und dem weltweit zu beobachtenden Fischrückgang sind die Auswirkungen aus dem Sediment remobilisierter, endokriner Disruptoren auf Fische jedoch noch völlig ungeklärt. Das Risiko und mögliche negative Effekte auf heimische Fischarten sollen in diesem Projekt am Beispiel der Regenbogenforelle abgeschätzt werden.


Kontakt

Anne-Katrin Müller, M. Sc.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Umweltwissenschaften

Institut für Umweltforschung - Biologie V, Raum: 42C 035
Worringerweg 1 | 52074 Aachen

Tel.: +49 241 80 26686
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